Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sich der Planet Erde der Menschheit entledigt oder sich die Menschen durch Wiederentdeckung alter oder Erfindung neuer Feindseligkeiten gegenseitig ausgelöscht haben werden. Andererseits weisen vertrauenswürdige Statistiken darauf hin, dass sich die Kindersterblichkeit und die Zahl der Kriegstoten in den letzten zehn Jahren verringert haben und mehr Menschen Zugang zu Trinkwasser haben als jemals zuvor. Ein Chor von Kassandren wird lauter, wortgewaltige Propheten, kritische Dichter und Dichterinnen, hellsichtige Medien und einige spekulative Realisten kommen im Gemurmel der Orakel mit Science-Fiction-Autoren, Neofuturistinnen und führenden Pessimisten zusammen. Im Hintergrund flackern die Schatten der Abstraktion und der ungarische Musiker Andy Vazul gibt uns eine Idee davon, wie es sich anhören könnte, wenn strahlen-besaiteter Weltraumschrott mit gelangweilten Kometendandies kollidiert.

Mit den sehr ernsten und mehr als erfindungsreichen Dichter*innen Ann Cotten, Tim Holland, Kim Hyesoon und Verity Spott – sowie der Schattenschnittkünstlerin Gisela Oberbeck. Die deutschen Übersetzungen der Gedichte von Kim Hyesoon und Verity Spott trägt Simone Kornappel vor.

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Was bedeutet es aufzuhören? Am Ende des anfangs zitierten Gedichtes von Laura (Riding) Jackson gibt es die Antwort: What is to end? / It is to have nothing to start again with, / And not to wish. Was heißt es zuenden? Nichts zu haben, um erneut zu beginnen, / auch keine Wünsche. Soweit soll es nicht kommen. Am Ende des Festivalkongresses Fokus Lyrik steht eine Pressekonferenz, auf der nicht nur die Wünsche, sondern auch die Analysen, Einfälle und Ideen, die das Festival über aufgetreten sind, festgehalten und formuliert werden können.

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